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AMIS unterstützt “Kampf den Plastikabfällen”

23. Juni 2019

(Auszug aus der Wirtschaftswoche 26/2019)

Weltweit wachsende Müllberge werden immer mehr zu einem Problem für die Umwelt. Eine Firma bei Dresden hat ein Verfahren entwickelt, um aus Plastikabfällen Diesel herzustellen. Eine Chance im Kampf gegen Plastikmüll?

Ein großer, grauer Container, darin eine Anlage mit Dutzenden Rohren, Behältern und jeder Menge Technik, u.a. eine GSE 300/300 von AMIS. Für Oliver Riedel ist „WASTX Plastic“ ein „Herzensprojekt“. Der nach vielen Jahren Forschungsarbeit nun fertiggestellte Prototyp soll Plastikabfälle, die nicht mehr verwertbar sind, zu Kraftstoff verarbeiten – etwa 250 Kilogramm pro Tag. „Ein Kilo Plastik ergibt etwa ein Liter Kraftstoff“, sagt der Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Biofabrik mit Sitz in Rossendorf bei Dresden.

Riedel hat eine Vision: Vermüllte Strände, an denen Kommunen oder Hotels die Anlagen aufstellen. Touristen und Einheimische, die ihren Plastikmüll hineinschmeißen und Geld dafür bekommen. Fischer, die den Müll aus ihren Netzen entsorgen – oder gleich eine Anlage an Bord stehen haben. „Dann fangen die Leute vielleicht an, mehr Plastik am Strand oder im Meer aufzusammeln“, sagt der 43-Jährige. So würde nicht nur der Müllberg schrumpfen, sondern zugleich Kraftstoff produziert: Der kann für Schiffe oder Stromgeneratoren verwendet werden. „Denn viele Inseln, die ein Plastikmüllproblem haben, haben auch ein Energieproblem.“

Bedruckte Aludeckel, Verpackungen mit Lebensmittelresten, Dachpappe oder Fischernetze kann die Anlage zu Öl umwandeln – Sachen, die nicht recycelt werden können und deshalb zum Großteil verbrannt werden. Kürzlich veröffentlichte Zahlen im „Plastikatlas“ der Umweltorganisation BUND sind drastisch: Über 400 Millionen Tonnen Kunststoff werden pro Jahr weltweit hergestellt, zwischen 1950 und 2015 waren es insgesamt 8,3 Milliarden Tonnen. Nicht einmal ein Zehntel wurde recycelt. Jeder Deutsche verursachte 2016 durchschnittlich 38 Kilogramm Plastikmüll.

Biofabrik-Chef Riedel ist dennoch optimistisch, dass sich seine Anlage bewährt: Die erste „WASTX Plastic“ soll demnächst beim Verpackungsspezialisten Schur Star Systems in Flensburg laufen. 1000 Kilogramm Plastikmüll kann sie pro Tag verarbeiten.

Unternehmensgründer Oliver Riedel vor der WASTX-Plastic-Anlage incl. der GSE 300/300 von AMIS
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